Indien-Fernost

Der Indien-Fernost-Kreis - Seit 1959 dabei: Dinendra Nath Bhaumik

Leitung: Dinendra Nath Bhaumik, Friedhelm Henne, Dr. Debabrata Das Gupta

Dinendra Nath Bhaumik leitet seit 1959 den Indien-Fernost-Kreis.
I.E. Meera Shankar, die indische Botschafterin auf Einladung von Vizepräsident Erich G. Fritz in Dortmund, März 2009
Eine Veranstaltung des Indien-Fernost-Kreises im großen Saal der Auslandsgesellschaft NRW in 2006

Am 17. Februar 1957 kam Dinendra Nath Bhaumik am Dortmunder Hauptbahnhof an. Er hatte eine Adresse, einen Groschen zum Telefonieren in der Tasche und sprach kein Wort Deutsch. Zwei Tage später war er im Auslandsinstitut, besser gesagt, in der „Baracke“, wie das Institut damals hieß, und engagierte sich gleich im Länderkreis Indien. 1959 wurde er Leiter des Kreises Indien-Fernost. Er ist es heute noch. 50 Jahre ehrenamtliche Länderkreisarbeit. Wir drucken Ausschnitte aus einem 1999 publizierten Interview.

„Ich kam nicht zur Auslandsgesellschaft. Damals kam ich zur Baracke. Das war ein Anlaufpunkt für viele junge Menschen. Dort gab es Elisabeth Torell. Sie war die Mutti. Sie hat für uns Wohnungen und Arbeitsstellen gefunden. Sie hat sich um alles gekümmert. Sie war auch eine psychologische Hilfe.“

Bhaumik kam als Praktikant der indischen Firma Kamani Engr. Corp. Ltd nach Deutschland. 1963 brachte er eine Zeitung für die Dortmunder Jugend heraus und organisierte für sie Fahrten in ganz Deutschland. Seit 1964 verheiratet, war seine Frau Edelgard immer dabei. Das Engagement ihres Mannes ist auch ihres: „In den 60er, 70er Jahren gab es viele Inder in Dortmund, wir waren eine gute Gruppe, wir haben uns oft getroffen, gemeinsam gekocht, gefeiert. In den 70er Jahren wurden viele ausgewiesen. Danach war es nicht mehr dasselbe,“ erinnert sie sich.

Dinendra Nath Bhaumik, der sich selbst als „einen, der Krach schlägt“ bezeichnet, provoziert, greift an, bleibt immer in Bewegung. Insgesamt 32 Jahre war er bei der Hoesch AG beschäftigt, zuerst als Techniker in der Entwicklungsabteilung, dann in der Finanzabteilung. Er erinnert sich: „Wenn etwas nicht richtig gemacht war, habe ich sofort angegriffen. Wie hätte ich mir sonst als Ausländer den nötigen Respekt verschaffen können?“ Im Überlebenskampf in der Fremde entstand also diese etwas barsche Art.„Ja, ich hab Glück gehabt, Menschen, wie Harald Koch, Dr. Friebel, getroffen zu haben. Ich war erst einige Jahre in Deutschland und durfte mit der Dortmunder Delegation nach Amiens. Ich traf Albert Schweitzer. Ohne diese Menschen hätte ich als Ausländer in Deutschland nie diese Möglichkeiten gehabt.

“Was heute Kundenbindung heißt, praktizierte er von Anfang an. Der über Jahre gepflegte Kontakt zu den Mitgliedern ist das A und O seiner Länderkreisarbeit. „Wenn ich eine Veranstaltung habe, rufe ich die Leute von zu Hause aus ein paar Tage vorher an. Nur so kommen sie. Das ist nicht neu. Das war immer so. (…) “„Damals war es die Wissenslust über ferne Länder, die die Leute zu uns brachte. Es gab auch kein Fernsehen. Unser Programm war das interessanteste in Dortmund und Umgebung. Heute haben die Leute Geld. Sie kommen zu den Vorträgen, weil sie reisen möchten.“ Anregungen für sein Programm sucht er in vielen Publikationen und bekommt sie durch die Zusammenarbeit mit anderen indischen Vereinen in Deutschland. Ideen reichen nicht, davon ist Dinendra Nath Bhaumik überzeugt: „Albring hätte nichts mit seiner Idee geschafft, wenn Harald Koch, der Arbeitsdirektor bei Hoesch war, die finanziellen Mitteln und die nötigen Kontakte nicht gehabt hätte.

“Es hat sich viel geändert in 50 Jahren. Aber eins ist geblieben: Die Auslandsgesellschaft ist für viele junge Menschen, die aus dem Ausland kommen, heute noch die erste Station in der Fremde, und für viele bleibt dieser erste Kontakt etwas ganz Besonderes: „Die Auslandsgesellschaft ist ein anderes Deutschland. Ein Deutschland, das es draußen oft nicht gibt.“

Aktuelles Programm des Indien-Fernost Kreises
Kurzfristige Änderungen finden Sie unter "Ländersuche" (oben rechts).