Das Institut für politische Bildung
der Auslandsgesellschaft Nordrhein-Westfalen
Der ehemalige Verfassungsrichter, Ernst-Wolfgang Böckenförde, sagte zur Notwendigkeit politischer Bildung: „Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.“ Um welche Voraussetzungen geht es? Das Institut für politische Bildung der Auslandsgesellschaft NRW setzt sich seit seiner Gründung im Jahr 1975 für Dialogbereitschaft, Verständigung und gegenseitige Toleranz ein. Zugehörige Ziele, Inhalte und Methoden sind über die Jahrzehnte erstaunlich konstant geblieben.
Geschichte und Entwicklung der politischen Bildungsarbeit
„Die weltweite Vernetzung von Wirtschaft, Politik und Kultur – zum Beispiel durch Migration – machten eine Auseinandersetzung möglich und geradezu nötig“, schrieb Sylvia Eck-Pfister 1994 rückblickend auf 45 Jahre Arbeit für Dialog und Verständigung der Auslandsgesellschaft NRW. Um wie viel mehr hat dieser Satz heute und morgen – mit fortschreitender Globalisierung – seine Berechtigung!
Doch auch der Auseinandersetzung mit Vorurteilen und Feindbildern kommt in der Arbeit der Auslandsgesellschaft NRW große Bedeutung zu. Bereits in den 60er Jahren ging es um die Integration von ausländischen Arbeitnehmern und den Dialog in der ideologisierten Ost-West-Situation. An der Nahtstelle zwischen den Ideologien wurden ausländische Lektoren als Vermittler von der Auslandsgesellschaft NRW eingesetzt. Sie trugen erheblich zum Abbau von Vorurteilen und Aufbau von Vertrauen bei – nicht nur in Deutschland, sondern auch in ihren Heimatländern. Sichtbarstes Zeichen dieser deutsch-deutschen und internationalen Vertrauensarbeit sind und waren die zahlreichen Begegnungsseminare, die den wichtigsten Teil unserer Veranstaltungen und Studienseminare ausmachen.
Der Schwerpunkt der politischen Aktivitäten des Instituts für politische Bildung und der Internationalen Bildungsstätte Willebadessen (1978-2001) liegt seit Beginn auf den Themen Ost-West-Dialog und Internationale Politik, bilaterale Beziehungen und Europäische Entwicklung, Deutsch-deutsche Beziehungen, Menschenrechte und Demokratie, Zuwanderung und Integration.
Selbstverständnis
Bildung ist heute ein großes Thema. Ausgaben im Bildungsbereich gelten als Investitionen in die Zukunft, auch wenn sich das in der Praxis oft genug nur schwer erkennen lässt. Politische Bildungsarbeit ist Teil dieser Zukunftsinvestitionen, indem sie beständig die Voraussetzungen für das Funktionieren unserer Demokratie hinterfragt und zivilgesellschaftliches Engagement stärkt.
Politische Freiheit meint nach Hannah Arendt die tatsächliche Möglichkeit, öffentlich zu handeln, die Teilhabe am Staat – und das nicht nur alle vier Jahre zu den Wahlen. Aber es geht nicht nur um politische Teilhabe an staatlichen Entscheidungen, sondern um mehr: Es geht „um die Frage nach der Zivilgesellschaft, nach den gesellschaftlichen Gegenkräften, die in einem Zeitalter der Ökonomisierung und Deregulierung den Desintegrationstendenzen entgegenarbeiten können“ (Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, 2005).
Als politische Bildungseinrichtung setzen wir an diesen Punkten an. Wir bieten vielfältige Möglichkeiten, Wissen zu erwerben, um gesellschaftliche und politische Zusammenhänge besser zu verstehen, sich ein eigenes Urteil zu bilden.
In der Praxis orientiert sich Politische Bildung an Begegnungen, Austausch, Gesprächen, persönlichem Kennenlernen und Erfahren. Wir gestalten dazu mit unseren Partnern offene Diskussionsforen, Fachtagungen und die politisch-kulturelle Arbeit der mittlerweile 27 ehrenamtlich geführten Länderkreise unter dem Dach der Auslandsgesellschaft NRW.
Studienseminare
Einen hohen Stellenwert nehmen in unseren Konzepten die
Studienseminare ein: Lernen an anderen Orten, „die Erschließung von Stätten, Räumen und Institutionen“ (Ciupke, 2006).
Hervorgegangen aus der Verständigungsarbeit der ersten Nachkriegsjahre ist dieser Aspekt für das gegenseitige Verständnis und Lernen am effektivsten. Was macht diese Art des Lernens so attraktiv? Es sind die Unmittelbarkeit der Begegnung, die Authentizität der Orte, das gemeinsame entdeckende Lernen und das thematische Konzept als übergreifende Klammer. Unter diesen Prämissen ausgesucht und auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten, finden sich (Haupt-)Stadtreisen sowie regionale und internationale Erkundungen in unserem Programm.
60 Jahre politische Bildungsarbeit quer über die Kontinente und hier in Nordrhein-Westfalen und Dortmund haben uns geprägt.
Bauen Sie auch weiterhin mit uns Brücken!
Die Veranstaltungsreihen
Dortmunder Montagsgespräche
Plattform für internationale Themen
Gründung nach den Anschlägen am 11.09.2001, zusammen mit der Konrad-Adenauer-Stiftung (2-4 x jährlich),
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Nordrhein-Westfälische Migrationsgespräche
Fachforum im Politikfeld Zuwanderung und Integration
Zusammen mit der Landeszentrale für politische Bildung und weiteren Bildungswerken
(66 Veranstaltungen seit dem Jahr 2000 in ganz Nordrhein-Westfalen),
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Termin: Europa
Debatten zur Entwicklung und Zukunft Europas
Zusammen mit den Länderkreisen des Auslandsinstituts und der Stadt Dortmund




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